In Margetshöchheim lebt es sich gut – unabhängig vom Alter. Das gilt es etwa mit Blick auf die gute medizinische Versorgung und auf die Möglichkeiten, Lebensmittel einzukaufen, ebenso wie auf den zuverlässigen öffentlichen Nahverkehr unbedingt zu erhalten und die ansprechenden Angebote für Seniorinnen und Senioren noch zu erweitern. Gewiss gibt es da und Ort Dinge, die es zu verbessern gilt – gerade für ältere Menschen. Bürgermeisterkandidat Lukas Götz lud daher zum Winter-Café ins Pfarr-heim ein, um miteinander zu den Themen ins Gespräch zu kommen, welche die Men-schen in Margetshöchheim bewegen. Dazu zählen das Thema Barrierefreiheit, etwa bei den Geh- und Fußwegen, bei weiteren Bushaltestellen und in der Margarethenhalle. Dazu gehört auch das Thema Betreuung, Pflege und Wohnen im Alter, aber auch das Thema Sicherheit. „Wir wollen gut miteinander in Margetshöchheim zusammenleben und wir wollen uns gegenseitig unterstützen. Das ist mir ein Kernanliegen.“ Sagte Lukas Götz in seiner Begrüßung.
Als Gastreferent hatte er Landtagsabgeordneten Björn Jungbauer, im Ursprungsberuf Polizeibeamter, für einen Vortrag mit dem Titel „Vorsicht vor dem Enkeltrick“ eingeladen. In der Eröffnungsrunde berichteten einige Zuhörer davon, dass sie schon solche merkwürdigen Anrufe bekommen hätten, dass sie manchmal erst einmal gestutzt, aber dann das falsche Spiel schnell erkennen konnten. Trotzdem gaben ein paar an, im ersten Moment sehr verunsichert gewesen zu sein.
Vor Trickbetrügern sind wir alle nicht sicher, egal wie alt wir sind
Glücklicherweise sinkt die „Erfolgsquote“ von Trinkbetrügern am Telefon stetig – dank umfassender Aufklärungskampagnen. Dennoch finden Verbrecher auch heute immer wieder neue Opfer, indem sie sich als Polizei am Telefon ausgeben und den Leuten weiß machen wollen, dass Sohn oder Tochter, Enkel oder Enkelin verhaftet worden seien und nur gegen eine rasche Kaution freikommen könnten. Als „Service“ bietet dann die falsche Polizei an, das Geld sogleich beim potentiellen Opfer zu Hause abzuholen.
Diese kurze Szenerie schildert schon zwei entscheidende Merkmale, bei denen man bei solchen Anrufen – im wahrsten Sinn des Wortes – hellhörig werden sollte. „Polizei ruft nie an, wenn etwas Schlimmes mit einem Familienangehörigen passiert ist, sie kommt persönlich bei Ihnen vorbei.“ Betonte Björn Jungbauer. „Und ebenso verlangt die Polizei weder am Telefon noch an der Haustür von Ihnen Geld.“ Allerdings seien die Betrüger sehr gewandt darin, potentielle Opfer psychologisch massiv unter Druck zu setzen, so dass leider in Extremfällen diese zwei Merksätze bei den Opfern in Vergessenheit geraten.
Wie können wir uns schützen?
Jungbauer rät für solche Fälle, sich einen Merkzettel ans Telefon in Sichtweite zu le-gen, der einen an diese essentiellen Grundsätze erinnern soll. Manchmal würden sich die Täter auch als Familienmitglieder ausgeben. Für zweifelhafte Fälle empfiehlt er ein Code-Wort in der Familie zu vereinbaren. Kann das Gegenüber nicht antworten, fliegt der Täter auf. In der Regel seien dann die Gespräche von Täterseite ganz rasch be-endet. Schnell enttarnt ist natürlich der Anrufer auch dann, wenn er etwa der Gesprächsteilnehmerin von einem schweren Unfall der Tochter berichten will, diese aber nur Söhne hat. Dennoch sei keiner dieser Fälle auf die leichte Schulter zu nehmen. „Wir alle haben manchmal schwache Momente, sind abgelenkt oder gestresst und können auf´s Kreuz gelegt werden.“ Das gälte nicht nur am Telefon, sondern über die sozialen Medien und das Internet, hob Jungbauer hervor, und da gäbe es schließlich auch junge Opfer.
Er bat abschließend darum, jeden solcher versuchter Betrugsanrufe der Polizei zu melden. Nur so könne geholfen werden. Dabei ist davon auszugehen, dass es eine gewisse Dunkelziffer von Opfern gibt, die sich aus Scham nicht bei der Polizei melden würden. Daher wies er daraufhin, dass auch Angehörige stets ein Auge und Ohr auf-einander haben sollten.
Sich gegenseitig unterstützen und füreinander da sein – das macht Gemeinschaft aus
„Aufeinander acht geben – das ist wichtig, um den Betrügern Herr zu werden.“ Fügte Lukas Götz hinzu und nahm mit einem mit einem Augenzwinkern Bezug zu einer rüstige Rentnerin in Maidbronn, die schon mehrfach Lockvogel erfolgreich gespielt und die Polizei bei der Festnahme tatkräftig unterstützt hatte. „Man muss aber nicht gleich in Miss-Marple-Manier die Täter selbst dingfest machen.“
Er fasste den Nachmittag zusammen: „Es geht um das Füreinander da sein. Das gilt natürlich auch in weniger bedrohlichen Lagen in unserer Gemeinde – in unserem All-tag. Das zeichnet Gemeinschaft aus. Dafür wollen wir uns einsetzen.“
Bei Kaffee und Kuchen klang der Nachmittag bei netten Tischgesprächen aus.
Sicherheit als Netz als weiteres wichtiges Thema
Als themenspezifisches Anliegen wurde von den Zuhörern vorgebracht, beim nächsten Mal das Thema „Sicherheit“ in den sozialen Medien und im Internet aufzugreifen. Dem will man angesichts der Bedeutung und des starken Interesses an diesem Nachmittag – knapp 40 Personen waren gekommen – zeitnah nachkommen.
Ein verwandtes Thema war bereits im November bei einem Vortrags- und Diskussionsabend von den Jugendbeauftragten in Schulen aufgegriffen worden. Dazu hatten wir berichtet.